Bremen, 08. Oktober 2026. Eine neue Phase beginnt bei team neusta: Zum 1. Oktober hat Gründer und bisheriger CEO Carsten Meyer-Heder den Staffelstab an Markus Dietrich übergeben, der seitdem die Bremer Unternehmensgruppe führt. Dietrich bringt 19 Jahre Erfahrung aus der Digitalagenturbranche mit. Zuletzt war er CEO von IBM iX, führte dort zwei Organisationen mit jeweils rund 500 Mitarbeitenden zu einer Einheit zusammen und richtete das Unternehmen strategisch auf KI- und Zukunftsthemen aus.
Bei team neusta übernimmt Dietrich in einer Zeit der Neuausrichtung. Gemeinsam mit seinem Partner CONTACT Software, der zum Jahreswechsel die Mehrheit übernommen hat, entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Software- und Beratungshaus zu einem KI-gestützten Transformationspartner, der digitale Beratung, Entwicklung und Betrieb verbindet. Aus seiner Zeit bei IBM iX kennt Dietrich team neusta als starken Wettbewerber. „Die technologische Substanz ist da: 850 Leute, die nicht nur bauen, was bestellt wird, sondern verstehen, warum es gebraucht wird. Unsere Aufgabe ist, daraus Beratung zu machen, die beim Kunden schon bei der Frage ansetzt und nicht erst bei der Umsetzung“, so der 39-Jährige. Diese Expertise wolle er sichtbarer machen und noch klarer im Markt positionieren.
Von der Strategie bis zum Betrieb
Strategisch will Dietrich team neusta stärker in der Beratung positionieren und den Vertrieb in gezielten Branchen ausbauen. Ein Feld, das er in seinen früheren Positionen über viele Jahre verantwortet hat. Software allein zu entwickeln, reiche heute nicht mehr aus. Gefragt seien Partner, die Strategie, Technologie, Branchenexpertise und Transformation zusammenbringen. Im Mittelpunkt stehen deshalb KI-Transformationsprojekte, in die sich Dietrich auch selbst einbringen will.
Entscheidend ist dabei, wo KI für ein Unternehmen tatsächlich einen Unterschied macht. In der Beratung klärt team neusta, welche Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll sind und unter welchen Rahmenbedingungen sie laufen – von der Datennutzung bis zu rechtlichen Anforderungen wie dem EU AI Act. Für den Einstieg nutzt das Unternehmen kompakte Formate: Der AI Design Sprint® macht beispielsweise aus ersten Ideen bewertete Use Cases, der Workshop AI Bricks erarbeitet einen konzeptionellen Prototyp, der schließlich in einen echten Prototyp überführt werden kann, und im AI Fast Track wird innerhalb von zehn Tagen ein funktionsfähiger Prototyp inklusive Roadmap entwickelt.
In der Umsetzung wird individuelle Software entwickelt und KI-Anwendungen in bestehende Systeme wie ERP, CRM oder Wissensmanagement integriert. Im laufenden Betrieb übernimmt team neusta unter anderem Cloud Operations, Application Management, Managed Security sowie das Identity & Access Management. Unter dem Stichwort AgentOps & AIOps bringt das Unternehmen agentische KI-Systeme verlässlich in den Produktivbetrieb und nutzt KI zugleich im IT-Betrieb, um Auffälligkeiten früher zu erkennen und Abläufe zu automatisieren.
Souveräne KI: beherrschen statt nur benutzen
Dietrich beobachtet eine wachsende Nachfrage nach Alternativen aus Deutschland und Europa. „Der Trend geht klar zu europäischen Partnern statt zu Anbietern aus Übersee“, sagt er. Zahlen des Digitalverbands Bitkom stützen diese Einschätzung: Laut einer repräsentativen Umfrage unter 603 Unternehmen in Deutschland beziehen 71 Prozent heute Cloud-Angebote aus den USA, bevorzugen würden das aber nur 8 Prozent*. Gemeinsam mit CONTACT wolle team neusta zeigen, wie viel Potenzial am Standort Deutschland liegt. Die Synergien beider Unternehmen sollen das Portfolio erweitern, etwa im Bereich der diskreten Fertigung. Zudem soll team neusta künftig vom bundesweiten Netz der zehn CONTACT-Standorte profitieren.
Ein zentrales Leitprinzip ist dabei digitale Souveränität. Entscheidend sei nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, „sondern wie souverän wir dabei bleiben“, sagt Dietrich. Also kontrolliert, nachvollziehbar und möglichst unabhängig von einzelnen Technologieanbietern. Wie schnell Abhängigkeiten zum Risiko werden können, hat im Juni die zeitweise Sperrung des KI-Modells Fable 5 infolge von US-Exportkontrollen gezeigt. Der Fall machte deutlich, dass uns ausländische Anwendungen von einem Tag auf den anderen entzogen werden können. Dass Unternehmensdaten in der Software von US-Anbietern – auch auf europäischen Servern – grundsätzlich US-Recht unterliegen, sind weitere Aspekte, denen man mit souveränen Angeboten begegnen will.
Souveränität bedeutet für team neusta dabei nicht, bestimmte Technologien grundsätzlich auszuschließen, sondern Wahlfreiheit zu behalten. Wo es sinnvoll ist, setzt das Bremer Unternehmen auf offene Modelle, die auf eigener oder europäischer Infrastruktur betrieben werden, und hält Kundendaten im vereinbarten Rechtsrahmen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt team neusta bereits heute: Für die Softwareentwicklung und agentische Workflows betreibt das Unternehmen eine eigene KI-Infrastruktur. Eine eigene dedizierte, souveräne Sandbox begrenzt darüber hinaus, worauf KI-Agenten zugreifen können. Kunden bietet team neusta mit der AI Suite eine in Deutschland entwickelte und gehostete KI-Plattform für Wissensmanagement, Texterstellung, Online-Recherche und individuelle Module, wie dem KI-gestützten Zugang zu den eigenen Daten in natürlicher Sprache.
KI-Kompetenz im eigenen Haus
KI-Souveränität sei, so Dietrich, „kein Produkt, das man kauft, sondern eine Fähigkeit, die man aufbaut“. Diese Fähigkeit baut team neusta zuerst im eigenen Haus auf. Die rund 850 Mitarbeitenden sollen stärker in beratende Rollen hineinwachsen und KI so einsetzen, dass sie ihre Arbeit unterstützt, statt sie zu ersetzen. Dafür setzt das Unternehmen auf Weiterbildung, eine transparente Technologie- und Modellwahl und kontrollierte Automatisierung. Zugleich geht es bei internen Abläufen nicht allein darum, diese mithilfe von KI effizienter zu gestalten, sondern sie neu zu denken und dadurch in höherer Qualität umzusetzen. „AI-native zu werden ist das Ziel, sowohl für team neusta als auch für die Kunden, die wir bei ihrer Transformation begleiten dürfen.“
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